Bundesratswahl 2017 Gössi: «Herkunft ist Erschwernis für Isabelle Moret»

FDP-Präsidentin Petra Gössi rechnet mit einem Zweierticket. Sie will die Frauenfrage nicht in den Vordergrund stellen.

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Gössi: «Ich bin sehr stolz auf unsere Kandidierenden.»

0:51 min, aus Tagesschau am Mittag vom 12.8.2017

Die drei FDP-Kandidaten Ignazio Cassis, Isabelle Moret und Pierre Maudet sind in den Startlöchern – sie alle wollen am 20. September in den Bundesrat gewählt werden.

Petra Gössi in der «Samstagsrundschau»

28 min, aus Samstagsrundschau vom 10.08.2017

FDP-Parteichefin Petra Gössi rechnet aber damit, dass am Schluss nur zwei Kandidaten ins Rennen geschickt werden. «Ich gehe davon aus, dass es ein Zweierticket gibt. Aber diese Diskussionen werden wir in der Fraktion erst noch führen», sagt Gössi in der «Samstagsrundschau».

Gössi geht davon aus, dass es Isabelle Moret mit ihrer Herkunft aus dem Kanton Waadt eher schwer haben dürfte. «Das ist so, dann hätten wir zwei Bundesräte aus dem Kanton Waadt. Ich glaube, dass wäre eher ein Erschwernis auch für Kandidatin Isabelle Moret.»

«Es geht um Kompetenzen»

Allerdings gibt die FDP-Präsidentin zu bedenken, dass es für das Parlament nicht bloss auf ein paar Einzelmerkmale ankomme, wie dies die Medien zurzeit darstellen würden. «In der Presse wird die Bundesratswahl wie eine Castingshow präsentiert – ein Schaulaufen der verschiedenen Kandidaten.»

Entscheidend sei für die Vereinigte Bundesversammlung jedoch etwas ganz anderes. «Es geht nicht um ein einzelnes Argument, ob die regionale Vertretung das Wichtigste ist oder die Frauenvertretung. Es geht um die Kompetenzen der Kandidaten.»

Kein Zweierticket mit Frauen

Petra Gössi wehrt sich denn auch gegen den Anspruch, die Frauenfrage in den Vordergund zu stellen. Dem Ansinnen der FDP-Frauen, bei der Nachfolge für FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann ein Zweierticket nur mit Frauen aufzustellen, erteilt sie eine klare Absage. «Ich will auch, dass wir mit einer Frau im Bundesrat vertreten sind. Wie der Weg dahin aussieht, ist momentan noch zu früh zu beurteilen. Deshalb würde ich das so nicht unterschreiben.»

Und an die Adresse der Linken, die jetzt lauthals nach einer zusätzlichen Frau im Bundesrat rufen würden, gibt die FDP-Chefin zu bedenken, dass sie Ständerätin Karin Keller-Sutter damals auch nicht in die Regierung gewählt hätten.