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Waffenstillstand im Handelsstreit zwischen den USA und China
Aus Tagesschau vom 15.01.2020.
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Handelsstreit USA und China Wer zahlt die Zeche für den Handelskrieg?

Seit gut zwei Jahren tobt der Handelskrieg zwischen den USA und China. Beide Seiten deckten sich monatelang abwechselnd mit neuen Zöllen ein – nun aber scheint eine weitere Eskalation mit der Unterzeichnung des heutigen Abkommens vorerst gebannt. Doch wer zahlt eigentlich die Zeche für dieses globale Hin und Her? Klare Antworten darauf gibt es nicht. Denn wie immer bei ökonomischen Analysen spielen verschiedenste, sich manchmal überlappende Faktoren mit. Der Versuch einer Antwort anhand von drei Beispielen:

Die amerikanische Konsumenten

Verschiedene Studien sehen direkte Auswirkungen auf US-Amerikanische Konsumenten. So schätzt die amerikanische Grossbank JPMorgan Chase, dass ein durchschnittlicher amerikanischer Haushalt vergangenes Jahr etwa 600 Dollar mehr für Güter des täglichen Gebrauchs bezahlen musste als vor der Einführung der Zölle. Konkrete Zahlen zur Verteuerung einzelner Produkte gibt es jedoch kaum: Meist verteuern sich Produkte auch wegen der Inflation, die Preise werden vielfach dynamisch bestimmt und wegen der Konkurrenz geben manche Importeure die Preissteigerungen auch nicht an die Konsumenten weiter. Ein weiterer Grund: Bereits die chinesischen Exporteure verzichten auf einen Teil ihrer Marge um die Produkte günstiger anbieten zu können.

Die amerikanische Bauern

Als Reaktion auf die amerikanischen Zölle hat China seinerseits Zölle auf amerikanische Soja-, Mais- und Weizenexporte erhoben: satte 25 Prozent. Mit dramatischem Resultat: Innert weniger Wochen fiel der Export von amerikanischen Sojabohnen 2018 nach China um 98 Prozent. Die Trump-Regierung kam den Bauern aber zu Hilfe: Subventionen von 28 Milliarden Dollar – doppelt so viel wie 2009 das Hilfspaket für die amerikanische Autoindustrie - haben die Situation beruhigt. Trotzdem: Laut der amerikanischen Landwirtschaftsbehörde sind vergangenes Jahr 24 Prozent mehr Farmen Konkurs gegangen als im Vorjahr.

Die chinesische Wirtschaft

Die chinesische Wirtschaft ist 2019 noch einmal deutlich weniger stark gewachsen. So wenig wie nie in den vergangenen 30 Jahren. Das hat auch mit der Abkühlung der weltweiten Konjunktur zu tun. Analysten sind sich aber einig: Ein Teil des Rückgangs ist auch dem Handelsstreit geschuldet.

Wer zahlt die Zeche für den Handelsstreit? Auch zwei Jahre nach Beginn ist es schwierig, Gewinner und Verlierer klar zu benennen. Klar scheint nur: Abgeschlossen ist das Thema nicht. Denn neben China hat Präsident Trumps Zollpolitik auch Europa im Visier. Und wie es hier weiter geht, ist trotz dem Abkommen mit China, heute völlig offen.

Fabian von Allmen

Fabian von Allmen

SRF-Wirtschaftsredaktor

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Fabian von Allmen ist Wirtschaftsredaktor beim Schweizer Fernsehen. Zuvor arbeitete er für die «Tagesschau» und «10vor10».

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet  (xyzz)
    Trotz Abzocke bei den US-Verbrauchern wegen höherer Zollabgaben ist die US-Staatsverschuldung (geliehenes Geld) von 22 Billionen $ in 2018 auf aktuell über 23 Bill. $ angestiegen bei sets wachsender Tendenz; hinzu kommen noch 14 Billionen $ Privatkredite, eine Schuldenmentalität die für das Leistungsbilanzdefizit verantwortlich ist und auf Dauer, vor allem bei einer (noch?) Leitwährung nicht tragfähig sein kann und bei Platzen der Kreditblase suizidäre Gedanken nicht auszuschließen sind.
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  • Kommentar von Marion Jost  (Mary J.)
    Soviel zu America first, Trump und Kumpane first würde es wohl eher treffen. Man nimmt den Armen und gibt den Reichen, das Spiel wiederholt sich jedes Mal wenn ein Republikaner Präsident ist!!! Die Schäden die dann ein dem. Präsident zu beheben hat werden jedes Mal grösser und schuld ist natürlich der der im Amt ist und nicht jener der das Fiasko verursacht hat!! Trump richtet mehr Schaden an als dass er gutes bringt, seine Wähler sehen es nicht, sie lieben Show und hohle Phrasen, armes Land.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet  (xyzz)
      Bei der abenteuerlichen Wirtschaftspolitik Trumps und traditioneller exorbitanter US-Schuldenmacherei kann es letztlich global alle hart treffen, nicht nur den Verursacher USA. Die Finanzkrise 2008 oder früher die Weltwirtschaftskrise 1929 gingen ja auch von den USA aus. All das sind jedoch Kinkerlitzchen im Vergleich zu dem, was uns jetzt drohen könnte.
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  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Wer schon? Der Verbraucher muss blechen, die Regierung in DC interessiert das doch nicht, die sind abgehoben und kennen die Nöte der Menschen nicht mehr.
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