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Darum musste der Kantonsarzt intervenieren
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 16.01.2020.
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Zirkustiere in Roggwil Kamele in einem Zelt: Der Kantonstierarzt musste einschreiten

Der Thurgauer Zirkus Royal steckt in der Krise. Offenbar will er seine Tiere verkaufen. Sieben Kamele und mehrer Watussi-Rinder des Zirkus Royal wurden in Roggwil im Oberaargau als Zwischenlösung in ein Zelt untergebracht. Wie das «St. Galler Tagblatt» schreibt, hat sich der Berner Veterinärdienst eingeschaltet. Insbesondere bei den Kamelen seien Mängel festgestellt worden. Mittlerweile sei eine Lösung gefunden worden, sagt der Kantonstierarzt im Interview.

Reto Wyss

Reto Wyss

Kantonstierarzt Kanton Bern

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Reto Wyss ist seit 2009 Kantonstierarzt und Leiter des Veterinärdiensts des Kantons Bern. Er hat an der Universität Bern Veterinärmedizin studiert und 1998 promoviert.

SRF News: Warum haben Sie in Roggwil interveniert?

Reto Wyss: Die Tiere sind seit Dezember in Roggwil in einem Zelt untergebracht. Das ist natürlich keine geeignete Haltung – schon gar nicht im Winter. Der Boden wurde morastig und wenn die Witterung umgeschlagen hätte, wäre das für die Tiere ein Problem geworden. Darum mussten wir handeln.

Den Umgang mit Katzen, Hunden oder auch mit Pferden und Kühen sind Sie sich gewohnt. Wie sieht es mit Kamelen aus?

Das ist kein Problem. Wir haben intern Leute, die sich um Wildtiere kümmern. Im Kanton Bern haben wir zudem einige Kamelhalter. Diese müssen von uns jeweils eine Bewilligung einholen. Von daher ist ein Kamel für unsere Leute nicht ganz fremd.

Wie einfach ist es denn, für sieben Kamele einen neuen Platz zu finden?

Das ist nicht ganz einfach. Aber es ist auch nicht einfach, wenn wir eine grosse Anzahl Heimtiere beschlagnahmen und neu platzieren müssen.

Es ist nie einfach, wenn wir Tiere umplatzieren müssen.
Autor: Reto WyssKantonstierarzt

Das ist immer eine grosse Herausforderung. Bei diesen Kamelen kam uns sicherlich zugute, dass der Tierhalter bereits selber aktiv wurde und alternative Plätze gesucht hat. Wir mussten nur noch kontrollieren ob die neuen Halter eine Bewilligung haben und ob dort die Haltung tiergerecht möglich ist. Das ist uns nun geglückt, die Kamele sind bereits am neuen Ort.

Was geschieht mit den Watussi-Rindern?

Die sind noch immer in Roggwil. Die Halter müssen nun auch für sie einen neuen Platz finden. Da werden wir mit dem nötigen Nachdruck dranbleiben, dass das in nützlicher Frist passiert.

Das Gespräch führte Matthias von Wartburg.

Zirkus Royal vor dem Aus?

Schild vom Zirkus Royal.
Legende:Ein Bild aus besseren Zeiten.Keystone

Der Circus Royal ist seit zwei Jahren immer wieder negativ in den Schlagzeilen. Die neuste Entwicklung ist die Anklage gegen den Direktor Oliver Skreinig, wie die Staatsanwaltschaft Thurgau auf Anfrage schreibt. Mitte Dezember sei gegen Skreinig Anklage erhoben worden. Gegenstand der Anklage bilden hauptsächlich Betreibungs- und Konkursdelikte und Widerhandlung gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz.

Im Sommer 2018 wurde bekannt, dass über die Circus Royal Betriebs GmbH der Konkurs eröffnet wurde. Kurz vorher liess Skreinig eine neue Firma ins Handelsregister eintragen. Hintergrund sei die private Trennung von Geschäftsführer Peter Gasser, sagte Skreinig damals gegenüber Radio SRF. Er habe sich selbständig gemacht. Das habe aber nichts mit dem Konkurs der alten Firma zu tun. Der Fall liegt nun beim Bezirksgericht Kreuzlingen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Zu dieser Konkursgeschichte kommen weitere Medienberichte dazu, wonach Skreinig mit Lohnzahlungen in Verzug sei und ausländische Mitarbeitende ohne Bewilligung beschäftigt haben soll.

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