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Es droht das grosse Clubsterben
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 31.07.2020.
abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
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Corona führt zu Barsterben Die Hälfte der Zürcher Clubs steht vor dem Konkurs

Alexander Bücheli schlägt Alarm. Den Clubs und Bars gehe das Geld aus, so der Geschäftsführer der Bar- und Clubkommission. Der Umsatz sei seit März durchschnittlich um 600'000 Franken pro Betrieb zurückgegangen. Lange könnten das die Clubs nicht mehr verkraften: «Wenn sich nichts ändert, geht im Herbst die Hälfte der Betriebe Konkurs», so Bücheli gegenüber Radio SRF.

Es gibt keinen Grund die Clubs wieder zu schliessen.
Autor: Alexander BücheliGeschäftsführer der Bar- und Clubkommission

Den Bars und Clubs fehlten liquide Mittel. Zwar stehe Hilfsgeld bereit, so Bücheli. Doch bis jetzt sei das Geld nicht ausgezahlt worden. Die Betriebe wüssten zurzeit nicht, ob und wie viel finanzielle Unterstützung sie bekommen, weil viele Anträge noch in Bearbeitung wären. Doch die Zeit drängt, offene Rechnungen müssten beglichen werden.

Fünf Fälle auf 500 Veranstaltungen

Angesichts dieser prekären Lage kommt für ihn eine erneute Schliessung der Clubs überhaupt nicht infrage. Das sei aus epidemiologischer Sicht auch nicht nötig, so Bücheli. Die Kritik an der Partyszene nach verschiedenen sogenannten «Superspreader»-Fällen in Zürcher Clubs kann Bücheli nicht nachvollziehen. Die meisten Corona-Infizierten hätten sich nicht in einem Club angesteckt, sondern etwa bei Freunden oder bei der Arbeit.

Nur ein Prozent der Veranstaltungen in Zürich sei von positiven Corona-Fällen betroffen gewesen, so Alexander Bücheli, fünf von 500 Veranstaltungen nämlich. «Nur 13 Personen wurden infiziert.» Und das bei einer grossen Zahl an Partygängerinnen und Partygängern: Insgesamt hätten seit der Wiedereröffnung im Juni rund 120'000 Personen einen Zürcher Club oder eine Bar besucht. Es sei deshalb wichtig, jetzt die Relationen zu wahren. «Wir sehen keinen Grund, die Clubs wieder zu schliessen.»

Etwas anders präsentieren sich allerdings die Zahlen, welche das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage von SRF zusammengetragen hat. Erstmals ist aufgeschlüsselt, wo in den vergangenen zwei Wochen in der Schweiz Ansteckungen mit dem Corona-Virus passiert sind.

Und es zeigt sich: Mit 42 Prozent aller Fälle ist die Disco oder der Club der Ort, an dem sich mit Abstand am meisten Menschen infizieren. Über die ganze Schweiz gesehen, kam es in den vergangenen vierzehn Tagen zu 303 Ansteckungen in einem Club.

Fast 70 Prozent der verfolgbaren Ansteckungen passieren im Club, in der Bar oder im Restaurant.
Autor: Auswertung der Zahlen des BAG

Allerdings ist zu sagen, dass das BAG bei der Hälfte aller Fälle nicht sagen kann, wo die Infektion stattgefunden hat. Bei den Ansteckungen, die zugeordnet werden können, folgen hinter dem Club gleich die Bars und Restaurants mit 195 Ansteckungen (27 Prozent aller Fälle).

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr;

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Matthias Rey  (matthiasrey)
    Seit vielen Jahren staune ich nur, dass das Gesetz der Nachtruhe einfachso nicht eingehalten wird. Die Städte sind jeden Freitag und Samstagnacht zu Festmeilen geworden, die sozusagen unbewohnbar sind. Der gewaltige Schaden, den Corona angerichtet hat, könnte auch nebenbei eine Änderung unserer Gewohnheiten herbeiführen: Mehr Ruhe, mehr Lebensqualität, mehr Innerlichkeit. Aber diese Chance will unsere Spassgesellschaft offenbar nicht wahrnehmen.
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  • Kommentar von Werner Fischer  (fischer.emmetten@bluewin.ch)
    "Die Hälfte der Zürcher Clubs steht vor dem Konkurs." Auf diese Hälfte kann die Gesellschaft wohl gut verzichten!
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  • Kommentar von Misra Namana  (Misra Namana)
    Wenn ich die Kommentare hier so durchlese, dann scheint es, als hat Corona vielen die Sicherung durchbrennen lassen. "Leben und Leben lassen" scheint in der heutigen Zeit vorbei zu sein. Arme Zukunft, die uns erwartet.
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    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Solange das Virus entscheidet, wer lebt und wer das Leben lässt, erlässt uns niemand die Diskussion, wer die weitere Verbreitung des Virus mit allen Konsequenzen zu verantworten hat!
      Es geht um Arbeitsplätze, Wohlfahrt, Sozialstaat, und die Zukunft der Jungen, was alles bei einer zweiten Welle aufs Spiel gesetzt würde.
      Das was die Jungen heute sorglos macht, fällt mit der zweiten Welle weg. Was dann noch bleibt ist schlimmer als das Virus! Wollen wir dahin? Können wir das denken?
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