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Brutaler Transport: Bauer bei Misshandlung ertappt
Aus Rundschau vom 16.10.2019.
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Brutaler Tiertransport Bauer bei Misshandlung ertappt

  • Ein versteckt gedrehtes Video zeigt, wie ein Bauer Tiere an Schwanz und an den Ohren hochgehoben und anschliessend auf eine Schubkarre gewuchtet hat.
  • Die Kantonstierärztin von Solothurn erstattet Anzeige gegen den Bauern.
  • Dieser sagt, er füge den Tieren damit keinen Schmerz zu.
  • Der ehemalige Tieranwalt Antoine Goetschel vermutet, dass dies kein Einzelfall ist.
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Video zeigt, wie die Schweine behandelt werden
Aus News-Clip vom 16.10.2019.
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Zwei Männer stapfen durch den Stall, die Schweine weichen ihnen aus, drängen sich in die Ecke. Einer der beiden ergreift ein Tier am Schwanz, zieht fest daran. Der andere ergreift ein Ohr. Die Männer schleppen das Tier durch den Stall, heben das Tier hoch und werfen es in eine Schubkarre. Das Schwein schreit, der eine Mann sagt genervt: «Hör auf zu brüllen».

So geschehen auf einem Bauernhof im solothurnischen Jura Anfang Jahr. Ein Tierschützer hat den Vorfall heimlich gedreht, das Video kam über Umwege zur Tierrechts-Organisation «Tier im Fokus». Die «Rundschau» zeigt es zum ersten Mal in der Öffentlichkeit.

Strafanzeige gegen Bauern

«Ist doch nicht schlimm», sagt Bauer Albert Lindenberger. «Den Tieren macht das nichts aus, wenn man sie an Schwanz und Ohr hochhebt. Das sind Freudenschreie.»

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Albert Lindenberger, Bauer: «Haben Sie noch nie eine Sau schreien gehört?»
Aus News-Clip vom 16.10.2019.
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Die Kantonstierärztin von Solothurn, Doris Bürgi, findet das weniger lustig. Sie erstattet Strafanzeige gegen den Bauern. Im Tierschutzgesetz steht, niemand dürfe einem Tier Schmerzen zufügen oder es in Angst versetzen. Betreffend Transport heisst es, die Tiere seien schonend zu behandeln.

Schon mehrmals ermahnt

Den Transport der Nutztiere bei Bauer Lindenberger übernimmt die Firma Künzler AG aus Richterswil am Zürichsee. Dass der Bauer seine Tiere schlecht behandelt, war dem Transporteur bekannt. «Wir haben dem Bauern etliche Male gesagt, so gehe es nicht», sagt Geschäftsführer Philippe Düggelin. Genützt hat es nichts. Die Firma Künzler hatte bereits erwogen, die Geschäftsbeziehung zu beenden.

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Doris Bürgi, Kantonstierärztin (SO): «Wir sind verpflichtet, Strafanzeige einreichen»
Aus News-Clip vom 16.10.2019.
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Die Tiere auf dem Hof werden ordentlich gehalten. Auch die Transporte mit dem Camion sind nie negativ aufgefallen. Das Problem liegt dazwischen – beim Verladen. Ein Teil, der nicht im Visier der Behörden liegt. «Das Verladen bekommen wir nie zu sehen», sagt die Solothurner Kantonstierärztin Doris Bürgi. Ein weisser Fleck in der Tierhaltung.

«Kein Einzelfall»

Der ehemalige Tieranwalt des Kantons Zürich, Antoine Goetschel, vermutet, dies sei kein Einzelfall. «Bauern wollen ihre Schweine schnell transportieren, man will Geld verdienen. Dass es da rau zugeht, davon können wir ausgehen.» Goetschel findet, es handle sich im vorliegenden Fall nicht um Tierquälerei. Der Schmerz für die Tiere sei zwar enorm, aber nicht anhaltend.

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Antoine Goetschel, ehemaliger Tieranwalt: «Er ist sich der Würde des Tieres nicht bewusst»
Aus News-Clip vom 16.10.2019.
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Die Solothurner Kantonstierärztin Doris Bürgi sieht das anders. Elementare Teile des Schweizer Tierschutzgesetzes seien verletzt, sagt sie gegenüber der «Rundschau». Darin stehe, dass man Tieren keinen Schmerz zufügen dürfe und dass sie beim Transport schonend zu behandeln seien. Aus diesem Grund sei eine Strafanzeige angezeigt.

Der ehemalige Tieranwalt Goetschel begrüsst dies. Er rechnet mit einer kleinen Busse für Bauer Lindenberger «Vielleicht gibt es 150 oder 200 Franken», so Goetschel. «Ein Betrag, bei dem der Bauer wohl sagt, das nehme ich in Kauf.»

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64 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Wenn man sieht, wie mancherorts mit den Tieren umgegangen wird, kaum geboren werden sie in engen Käfigen zusammengepfercht, rasch mästen, Stress bei Transport in den Schlachthof und endlich schlachten. Nutztiere sind nur noch Gebärmaschinen für den Profit. Es ärgert mich auch, dass im TV für Fleischaktionen geworben wird, je billiger desto besser. Ist uns das Tier nicht mehr wert? Weniger Fleisch essen, dafür Fleisch von Bauern die ihre Tiere gut behandel - es gibt sie. Weniger ist mehr.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Hier wurde fast alles gesagt. Doch eines möchte ich hier doch hinzufügen, was mir ein anliegen ist. Fleisch essen finde ich in Ordnung wenn es bewusst und mit Respekt vor dem Tier von statten geht. Doch zum Respekt gehört aber auch das man wenn man ein Tier tötet, das man alles verwehrtet und da hapert es in der Schweiz doch Gewaltig. Wir sollten auch unser Wohlstandsdenken überprüfen. Was mir aufgefallen ist, das besonders bei Bio Konsumenten, Herz, Lunge oder Leber gern liegen gelassen wird.
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  • Kommentar von Stefanie Dubach  (SD)
    Tierschützer sind meist verdeckt unterwegs und filmen aus Ecken und Winkeln, die nicht gerade ein vorteilhaftes Bild von sich geben. Hier in der Schweiz ist man so streng, isst aber Fleisch aus dem Ausland, weil es günstiger ist? Tiere im Ausland werden aus Erfahrung viel schlechter behandelt. In der CH unterziehen sich Landwirtschaftsbetriebe immer wieder strenge Kontrollen.
    Es sollte also nicht zu schnell geurteilt werden, wenn man selbst nicht dabei war.
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