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Enthornung von Ziegen: Bundesrat ergreift Massnahmen
Aus HeuteMorgen vom 06.12.2019.
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Enthornen von Ziegen Der Tierarzt muss dabei sein

Da Ziegen bei der Enthornung oft nicht richtig betäubt waren, reagiert der Bundesrat. Die Reaktionen sind verschieden.

Das Enthornen von Ziegen ist umstritten. Eine Studie des Bundes zeigte, dass vier von zehn Zicklein bei der Enthornung durch die Halter nicht richtig betäubt waren. Nun reagiert der Bundesrat. Er lehnt zwar in der Antwort auf einen entsprechenden politischen Vorstoss ein Ziegen-Enthornungsverbot ab. Als Kompromiss hat er aber verfügt, dass seit ein paar Monaten die Zicklein nur noch im Beisein von Tierärzten enthornt werden dürfen.

«Wir müssen es akzeptieren»

Das ist gar nicht zur Freude des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes. «Wir sind nicht glücklich, es bleibt uns aber nichts anderes übrig, als dieses Gesetz einfach zu akzeptieren», sagt deren Präsident Stefan Geissmann. Der Verband habe den Ziegenhaltern nämlich extra Betäubungsmittelkurse angeboten. Deshalb ist es für ihn unverständlich, dass der Bund die Vorschriften verschärft hat.

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Enthornung: Tut es weh?
Aus 10vor10 vom 16.10.2018.
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Nicht glücklich ist auch die Gesellschaft der Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte, obschon die Enthornung nun an die Veterinäre delegiert wurde. «Wir sind nicht daran interessiert, dass der Eingriff per se bei uns ist und wir quasi Geld damit machen», betont Tierärztin Patrizia Andina. «Wir wünschen uns wirklich, dass dieser Eingriff gar nicht mehr gemacht wird.» Deshalb brauche es ein Verbot. Denn die Enthornung sei für Ziegen viel schmerzhafter als für Kühe. Das hätten diverse Studien gezeigt.

Parlament befasst sich mit Verbot

Dem widerspricht der Präsident der Ziegenzüchter. Wieviel Schmerz eine junge Ziege wirklich empfinde, könne man nicht messen. Zudem enthorne man nicht zum Spass. «Die Tiere machen immer noch gegenseitig Kopfstösse. Aber diese sind weniger heftig», erklärt Geissmann. «Dadurch wird grundsätzlich der Betrieb mit hornlosen Tieren bedeutet ruhiger eingestuft. Es ist ein besseres Nebeneinander der Ziegen im Stall möglich.» Komme hinzu, dass behornte Ziegen in Laufställen mehr Platz bräuchten als hornlose Tiere.

Ob künftig weiter die Halter entscheiden dürfen, ob sie Ziegen mit oder ohne Hörner wollen, zeigt sich frühestens im nächsten Jahr, wenn sich das Parlament mit dem Enthornungsverbot befasst.

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