Zum Inhalt springen

Header

Audio
Kritik an Swisscom wegen Telefonpanne
Aus Echo der Zeit vom 17.01.2020.
abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
Inhalt

Panne bei der Swisscom Bund und Rettungsdienste reagieren verärgert

Auch Notrufnummern waren teilweise während der Swisscom-Störung nicht erreichbar. Die Betroffenen fordern Erklärungen.

Heute Vormittag war das Festnetz der Swisscom in fast allen Kantonen während über einer Stunde gestört. Diese Panne betraf teilweise auch die Notrufnummern. Aber die Rettungsdienste wissen sich zu helfen: Im Notfall reagieren sie manchmal mit alternativen Alarmierungs-Methoden.

Von 10 Uhr bis kurz vor halb zwölf Uhr mittags ging kaum mehr etwas auf dem Festnetz der Swisscom. Eine schwierige Situation bei betroffenen Notrufzentralen, etwa Schutz und Rettung Zürich. Wenn die Telefonie komplett ausfällt – sowohl Festnetz als auch Mobilfunknetz – gibt es dort keine Möglichkeit mehr, um einen Notruf per Telefon abzusetzen.

Rettungsdienst Zürich
Legende: Rettungsdienste reagieren im Notfall mit alternativen Alarmierungsmethoden. Bund und betroffene Rettungskräfte sehen die Panne der Swisscom alles andere als entspannt. Keystone

Dann entscheidet der kantonale Führungsstab, wie das Ereignis bewältigt werden kann. Die Stadtpolizei Zürich hat für Notfälle bereits Alternativen getestet. Bei einer Störung im Oktober wurde die Alarmierung unter anderem von der Kapo Bern übernommen, als in Zürich nichts mehr ging.

Das sei kein Einzelfall wie Patrick Jean, Sprecher der Kapo Bern, sagt: «Wenn ein Anruf in einer Notrufzentrale ansteht, wird er automatisch umgeleitet an eine andere Notrufzentrale in einem anderen Kanton.» Dort werde der Anruf entgegengenommen und an die zuständige Einsatzleitung weitergeleitet.

Defekte Netzwerk-Komponente

Die Panne sei durch eine defekte Netzwerk-Komponente ausgelöst worden, sagte eine Swisscom-Sprecherin zu Radio SRF. Das Problem habe mit einem Neustart behoben werden können – die genauen Abklärungen seien noch am Laufen.

Die Panne bei der Swisscom betraf heute nur das Festnetz. Es gab auch Notrufzentralen, die deshalb auf der Webseite alert.swiss und via Twitter Nummern von Mobiltelefonen veröffentlichten.

Stadtpolizei Zürich: «Schlimmes Ereignis»

Es sei ein schlimmes Ereignis gewesen, heisst es bei der Stadtpolizei Zürich. Mediensprecherin Judith Hödl sagt, das werde ein Nachspiel haben: «Ich denke, dass auch dieses Mal verschiedenste Kantone mit der Swisscom zusammensitzen werden, um herauszufinden, wie es so weit kommen konnte.»

Das sieht auch der Telekomkonzern so, wie Swisscom-Sprecherin Annina Merk bestätigt: «Es wird auf jeden Fall eine Nachbearbeitung geben. Wir sind noch immer daran, die Ursache der Störung genau anzuschauen.» Man habe neue Programme installiert. Diese sollten bei erneuten Störungen sofort Alarm schlagen: «Man ist mit Hochdruck dran.»

Auch der Bund verlangt Erklärungen

Zusammensitzen und Lehren daraus ziehen – das findet auch die oberste Instanz für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger wichtig. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz ist besorgt und verlangt eine gründliche Untersuchung und klare Information, sagt Kommunikationschefin Sandra Kobelt.

Uns hat es ein bisschen auf dem linken Fuss erwischt.
Autor: Sandra KobeltKommunikationschefin Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Heute hätten sich die Grenzen der Kommunikation gezeigt: «Uns hat es ein bisschen auf dem linken Fuss erwischt.» Man gehe davon aus, dass diese Kommunikationssysteme funktionierten: «24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.» Der Bund plane dazu, ein zweites Kommunikationsnetz für die Einsatzdienste einzurichten, auf das man ausweichen könnte, wenn wieder eine Störung eintrete, so Kobelt abschliessend.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

30 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Silvio Spescha  (Silla)
    "Uns hat es ein bisschen auf dem linken Fuss erwischt." Ist das alles Frau Kobelt? Das darf einem Konzern wie das der Swisscom nie passieren. Ich dachte immer das müsse Zwei- bis Dreifach abgesichert sein. Und wenn nichts mehr funktioniert, warum hat man den Neustart nicht sofort gemacht? Keine Reklame für die Swisscom, und die Anstellung von Frau Kobelt würde ich überdenken. Und Herr Erich Zoller, haben Sie einen Verfolgungswahn der USA?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hansjoerg Menzi  (hmenzi)
    Ausfälle lassen sich auch bei aller Sorgfalt nie zu 100% vermeiden. Deshalb ist es wichtig, ein Notfallkonzept zu haben. Prädestiniert dazu sind die Mobilenetze, welche weitgehend vom Festnetz unabhängig sind. So ein Konzept muss aber permanent überprüft und kommuniziert werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jos Peperkamp  (Peptalk)
    Eine Störung ist heute ein drama. Dies weil wir zu viel digitalisiert haben. Eine reserves analoges system würde auch über 100 Jahren noch funktionieren. Leider konnte man daran nicht genügend verdienen. Dann lieber das Land durch eine Hightech Störung flachlegen
    Ablehnen den Kommentar ablehnen

Mehr aus SchweizLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen