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SBB-Sprecher Raffael Hirt: «Wir sind noch nicht zufrieden»
Aus News-Clip vom 09.10.2019.
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SBB-Problemzüge von Bombardier Alle neuen Doppelstöcker müssen zurück in die Werkstatt

Bei allen neuen Fernverkehrszügen von Bombardier müssen Bauteile ersetzt werden. Dies zeigen interne SBB-Dokumente.

Inzwischen fahren 12 von insgesamt 59 bestellten Bombardier-Fernverkehrszügen auf der Interregio-Strecke zwischen Chur und Basel. Eigentlich sollten die Doppelstöcker seit 2013 auf der SBB-Intercity-Strecke St. Gallen-Zürich-Bern-Genf fahren, doch dies will die SBB erst, wenn die Züge zuverlässiger unterwegs sind.

SBB: «Refit auf ganzer Flotte»

Derzeit sehen sich Bombardier und damit auch die SBB mit neuen Problemen konfrontiert. Der «Rundschau» liegen interne Dokumente aus dem SBB-Projektteam «Fernverkehrs-Doppelstockzug» vor. Diese zeigen, dass die neuen Bombardier-Züge, die bereits im Einsatz standen, zurück in die Werkstatt müssen.

Die SBB-Fachleute schreiben im Dokument: «Hohe Anzahl Hauptschalter-Störungen. Verfügbarkeit der Ersatzteile seitens Bombardier Transportation kritisch.» Die Fachleute kommen zum Schluss: «Refit auf ganzer Flotte.» Heisst: Alle Züge müssen zurück in die Werkstatt, da Bauteile ersetzt werden müssen.

Bombardier: «Normaler Vorgang bei neuem Produkt»

Bombardier bestätigt gegenüber der «Rundschau», dass bei den neuen Zügen zwei Bauteile ersetzt werden müssen. Es handelt sich um das Relais sowie die Überwachungseinheit der Hochspannung.

Bombardier schreibt zum Doppelstockzug «Twindexx»: «Tatsächlich kam es im Fahrplanbetrieb bei hohen Temperaturen zu einem Ausfall dieser Komponenten. Wir haben nun mit dem Unterlieferanten eine robustere Lösung definiert. Diese Lösung wird jetzt schrittweise implementiert. Das ist bei einem neuen Produkt wie dem ‹Twindexx› ein normaler Vorgang.»

SBB schweigt zu mangelhaften Bauteilen

Die SBB will sich zu den mangelhaften Bauteilen der neuen Züge von Bombardier nicht äussern. Sprecher Raffael Hirt: «Es sind weiterhin Massnahmen von SBB und Bombardier nötig, um diese Fernverkehrs-Doppelstockzüge zuverlässiger zu machen. Wir betrachten die Situation über das ganze Jahr im fahrplanmässigen Betrieb. Da sehen wir eine positive Tendenz über das ganze Jahr hinweg. Aber die SBB ist noch nicht zufrieden.»

Wir betrachten die Situation über das ganze Jahr im fahrplanmässigen Betrieb, da sehen wir eine positive Tendenz über das ganze Jahr hinweg. Aber die SBB ist noch nicht zufrieden.
Autor: Raffael HirtSBB-Sprecher

Pannenmonat August

Erstmals kann die «Rundschau» die interne SBB-Pannenstatistik zu den neuen Bombardier-Zügen der Monate August und September öffentlich machen. In der Woche vom 20. September hatten die neuen Doppelstöcker im Durchschnitt alle 3668 Kilometer eine Panne, in der Woche vom 16. August waren es noch alle 2241 Kilometer gewesen.

Zum Vergleich: Im Durchschnitt haben SBB-Personenzüge alle 11’000 Kilometer eine Panne. Die SBB-Vorgabe für Intercity-Verkehr beträgt 8’000 pannenfrei zurückgelegte Kilometer.

Bombardier stellt Verbesserungen in Aussicht

«Wir sind dran, den Wert von 8000 Kilometern schrittweise bereits nach neun Monaten Fahrplanbetrieb zu erreichen. Die Resultate waren im September bei rund 4000 und letzte Woche bei 8469 Kilometern», so Bombardier.

Diesen Wert korrigiert Bombardier am Abend vor der Sendung auf 9508 Kilometer und stellt weitere Verbesserungen in Aussicht. «Bis Ende Oktober gibt es eine optimierte Leittechnik-Software, welche Fehler behebt, die bis anhin zu Störungen geführt haben.»

Kritik an Bombardier

SVP-Verkehrspolitiker Ueli Giezendanner hält mit Kritik nicht zurück. «Ich glaube Bombardier gar nichts mehr», erklärte er auf Anfrage der «Rundschau». Auf alle Fälle sei nun fertig mit Zahlungen, man müsse sich sogar Strafzahlungen überlegen, so der Nationalrat.

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Ueli Giezendanner, NR SVP/AG: «Ich glaube Bomardier gar nichts mehr.»
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«Rundschau»

«Rundschau»

Mehr zum Thema in der «Rundschau» um 20.05 Uhr auf SRF 1.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von David Kummer  (Philidor)
    Das sind halt die Vorgaben: Dank der bürgerlichen Sparparteien muss sich der Staat (Staatsnahe Betriebe) immer für die „günstigste“ Offerte entscheiden. Auch wenn es schlussendlich nicht die beste und deshalb doch nicht billigste Wahl ist. Wie man hier wieder mal sieht. Da fragt man sich: Wie werden wohl die Kampfflieger ausgewählt? Auch nach Discountpreis?
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  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Wie lange wird das teure Versagen von Meyer und Co. durch das UVEK noch goutiert? Hier müssen sofort Köpfe rollen. Unten sucht man immer sofort eines oder mehrere Bauernopfer (siehe zuletzt CS). Bei einem Bundesbetrieb wie den SBB mag es solches kollektives Unvermögen an der Spitze aber nun auch nicht mehr länger ertragen.
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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    wie lange stellt Bombardier noch Verbesserungen in Aussicht?
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