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Corona-Heldin Renate: 147 macht mehr Beratungen
Aus Input vom 13.04.2020.
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Corona-Heldinnen und -Helden Corona-Krise: Mehr Beratungen bei Notruf 147

Sie leisten in aussergewöhnlichen Zeiten Aussergewöhnliches: Die, die uns pflegen, leer gekaufte Regale einräumen, uns an den Kassen bedienen oder die Post bringen. In einer Spezialserie hören wir denjenigen zu, die uns in Zeiten von Corona den Alltag retten.

Psychologin Renate Poncet: Telefon 147 macht mehr Beratungen

Renate Poncet in ihrem Home Office
Legende: Renate Poncet (39): Früher Primarlehrerin, heute Psychologin und Beraterin für Kinder und Jugendliche bei Telefon 147 und der Elternberatung der Stiftung Pro Juventute. SRF / zvg

Telefon 147 macht mehr Beratungen* – nimmt die häusliche Gewalt zu?

Sie rufen nicht mehr an wegen häuslicher Gewalt als sonst, sie rufen auch sonst an wegen häuslicher Gewalt an. Mein Eindruck ist, dass Spannungsfelder, die eh schon bestehen, verstärkt werden.

Kinder und Jugendliche melden sich, weil es ihnen daheim zu eng wird oder es Streit gibt – eskaliert es auch?

Wir haben natürlich die Situationen, wo es eskaliert: Wenn Gegenstände durch die Wohnung fliegen oder die Leute ihre Nerven verlieren, reinschlagen oder herumschreien. Es ist gut, wenn sie sich dann melden und Unterstützung suchen.

Es gibt Alleinerziehende, die schon morgens anrufen und nicht wissen, wie sie den Tag durchstehen sollen mit drei Kindern im Home Schooling und dem eigenen Home Office.

Wie kann eine Entlastung für Alleinerziehende aussehen?

Man schaut, ob die Grosseltern einen Teil des Schulauftrages per Skype übernehmen können, oder die Kinder sich gegenseitig abfragen. Oder man schaut, was das Kind selber kann und es auch mal stehen lassen kann, wenn es nur halb perfekt ist.

*4 % mehr Beratungen am Telefon, rund 40 % mehr per Chat. Bei der Elternberatung sind es knapp 20 % mehr Beratungen.

Aufgezeichnet am 9.4.2020

Hebamme Margreth von Ballmoos: «Das Besuchsverbot hat Vorteile»

Hebamme Margreth von Ballmoos im Spital
Legende: Hebamme Margreth von Ballmoos Die 51-jährige leitet im Regionalspital Emmental die Geburtsabteilung mit 32 Hebammen. SRF, Céline Raval

Was verunsichert die Frauen am meisten, die in dieser Zeit ein Kind zur Welt bringen?

Wir kriegen viele Anrufe. Es gibt Frauen, die glauben, sie könnten nicht im Spital gebären, oder dass der Vater nicht bei der Geburt dabei sein könne. Das ist nicht so. Der Vater darf bei der Geburt selbst dabei sein - danach gilt das Besuchsverbot auch für ihn. Das ist eine schwierige Zeit für die Eltern.

Im Spital sind Besuche nach der Geburt untersagt - ein grosses Problem?

Natürlich meinen es alle Leute von Herzen gut, wenn sie eine Mutter und ihr Neugeborenes im Spital besuchen wollen. Wir sehen im Besuchsverbot aber auch Vorteile. Es entstehen sehr geschützte Momente zwischen Mutter und Kind - und das Stillen kommt oft natürlicher in Gang.

Die ambulanten Geburten haben zugenommen. Was bedeutet das genau?

Es gibt mehr Geburten im Spital mit anschliessendem Wochenbett zu Hause. Wenn es die Gesundheit von Mutter und Kind zulässt, verlassen die Frauen im Schnitt das Spital nach der Geburt nun schon nach 1-2 Tagen. Sie werden Daheim weiterhin von einer Hebamme begleitet. Gewisse Beratungen können Hebammen auch per Videochat machen: Zum Beispiel eine Stillberatung.

Aufgezeichnet am 7.4.2020

Pfarrer Plattner: Das Leben ist ein grosses Geschenk und es wird grösser, wenn wir es teilen

Pfarrer Hanspeter Plattner in seinem Garten.
Legende: Pfarrer Hanspeter Plattner in seinem Garten. SRF / Reena Thelly

Sie kommen gerade von einer Beerdigung – gilt da die 5-Personen-Regel?

Es gab Gemeinden, wo man das durchsetzen wollte – zum Glück hat der Regierungsrat vehement dagegen angeschrieben, so sei es nicht gemeint. Es ist aber im engsten Kreis - maximal 20 Leute, wenn sie Abstand nehmen. Bei der Beerdigung selbst ist das nicht so ein Problem, auch wenn es mir schwer fällt, nicht die Hand zu geben. Anders ist es bei den vorbereitenden Gesprächen. Da wollen Leute erzählen, man nimmt Anteil, spricht über Trauer und Schmerz – da ist es schwieriger, Abstand zu halten.

Statt die Leute zu besuchen, telefonieren Sie in diesen Tagen mehr. Von welchen Sorgen und Ängsten erzählen sie Ihnen?

Heute hat jemand erzählt, dass er alles sehr schwer nimmt. Darum ist es wichtig, dass wir miteinander reden. Es muss ja nicht immer der Pfarrer sein. Viele haben Angst, dass es sie treffen könnte und sie alleine sterben. Andere fragen sich, wie es weiter geht. Wieder andere sorgen sich um Angehörige.

Wird uns diese Krise etwas lehren?

Ich habe selber gemerkt, wie selbstverständlich wir planen und reisen. Das ist alles gar nicht selbstverständlich. Das Leben ist ein grosses Geschenk und es wird grösser, wenn wir es miteinander teilen. Das wäre meine Hoffnung.

Aufgezeichnet am 2.4.2020

IT-Experte Jürgen Wieder: «Wir wollen niemanden an der Arbeit hindern»

Jürgen Wieder an seinem Arbeitsplatz im Home Office
Legende: IT-Experte Jürgen Wieder Jürgen Wieder sorgt dafür, dass 250 Leute fürs Home Office gerüstet sind, SRF

Du sorgst als Leiter Systemtechnik von zwei Stadtverwaltungen dafür, dass 250 Personen Home Office machen können - da bekommt man sicher auch kuriose Anfragen?

Es gibt die Klassiker. Jemand hat sich beispielsweise gemeldet wegen eines Laptops fürs Home Office. Da haben wir gesagt, dass er ja schon einen Laptop habe. Er so: Aha, den darf ich heim nehmen?

Fehlt es manchmal an Geduld?

Es ist ja nicht so, dass wir die Leute bei der Arbeit hindern wollen. Es gibt Momente, in denen andere Dinge wichtiger sind. Wenn plötzlich eine Software rumzickt oder ein Server spinnt, ist das wichtiger, als eine Maus, die gerade klemmt.

Lernt uns diese Krise, wie Home Office geht?

Vorher ging man ins Büro, weil dort der Arbeitsplatz war. Jetzt stellen wir fest, wie viel wir von daheim aus erledigen können. Ich denke, das wird für die IT-Branche eine Herausforderung, wie man das künftig abdecken kann und will.

Aufgezeichnet am 2.4.2020

Pösteler Christoph Gurtner: «Die Päckliboten sind am Anschlag»

Postbote Christoph Gurtner beliefert täglich hunderte Schweizer Haushalte.
Legende: Christoph Gurtner Postbote Christoph Gurtner beliefert auch in Corona-Zeiten täglich hunderte Schweizer Haushalte. Céline Raval, SRF

SRF: Die Päcklimenge bei der Post ist um rund 40% gestiegen, weil viele Leute online bestellen. Was bedeutet das für euch?

Die Paketbotinnen- und boten kommen an ihre Grenzen. Wir haben viele Ausfälle und arbeiten teils in Schichten, weil wir sonst beim Sortieren die Distanz nicht wahren können. Es ist streng. Wir helfen einander, wo es geht.

Du verträgst seit 31 Jahren täglich hunderte Briefe an Berner Haushalte. Was ist nun anders als sonst?

Ein Beispiel: Eingeschriebene Briefe signieren wir mit Einverständnis selbst. Oder wir sagen den Leuten, sie sollen ihren eigenen Kugelschreiber benutzen.

Gibt es auch positive Aspekte, welche die Coronakrise mit sich bringt?

Ja, wir sehen unsere Kundinnen und Kunden viel öfter. Die Leute sind Zuhause, sie freuen sich, wenn wir kommen und bedanken sich. Für manche von ihnen sind wir aktuell sogar der einzige analoge, soziale Kontakt.

Aufgezeichnet am 2.4.2020

Lastwagenchauffeur Roger Roos: «Wir finden fast keine Toiletten mehr»

Der 47-jährige Lastwagenchauffeur fährt regelmässig ins Tessin und in die Lombardei.
Legende: Roger Roos Der 47-jährige Lastwagenchauffeur fährt regelmässig ins Tessin und in die Lombardei. Céline Raval, SRF

SRF: Du transportierst Lebensmittel. Bemerkst du die Hamsterkäufe?

Von den Hamsterkäufen merke ich nichts, aber die Leute kochen jetzt mehr Zuhause, kaufen mehr ein. Wir haben in der Coronakrise ähnlich viel Ware wie an Ostern oder in der Weihnachtszeit.

Du fährst regelmässig ins Tessin und in die Lombardei, wo das Virus am heftigsten wütet. Was fällt dir auf?

Ich komme staufrei durch den Gotthard und kann meine Arbeitszeit planen. Aber es sind viele Raststätten zu. Die Suche nach Toiletten, Duschen oder warmen Mahlzeiten gestaltet sich schwierig.

In Italien übernachtete ich zum Teil mutterseelenallein auf Parkplätzen, alle laufen mit Schutzmasken umher - das ist mir eingefahren.

Wie hat sich dein Berufsalltag sonst verändert?

Es gibt strengere Hygienemassnahmen und uns wird regelmässig Fieber gemessen.

Wir LKW-Fahrer werden aber auch wieder mehr geschätzt. Am Zoll haben wir Extra-Linien, damit wir nicht warten müssen. Hoffentlich bleibt von der Wertschätzung nach der Coronakrise etwas übrig.

Aufgezeichnet am 29.3.2020

Intensivpflegerin Katharina Moruzzo: Wir arbeiten unter erschwerten Bedingungen

Intensivpflegerin Katharina Moruzzo in Schutzkleidung
Legende: Intensivpflegerin Katharina Moruzzo in Schutzkleidung SRF / zvg

Müssen Patientinnen und Patienten entscheiden, ob sie künstlich beatmet und somit in ein künstliches Koma versetzt werden wollen oder nicht? Sie wissen ja nicht, wie es danach weitergeht. Ob sie wieder aufwachen und weiterleben, oder nicht…

Das ist korrekt. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass sich alle vorher überlegen, ob sie das möchten oder nicht und im Vorfeld mit dem Hausarzt darüber reden. Solche Fragen sind nicht nur in der Covid-19 Krise, sondern generell wichtig.

Hast du schon erlebt, wie sich Covid-19-Betroffene von ihrer Familie verabschiedet haben?

Ich selbst habe das noch nicht erlebt und bin auch froh darüber. Aber ich könnte mir vorstellen, dass das durchaus etwas sein wird, was ich in den nächsten Wochen noch erleben werde.

Auf der Intensivstation sind derzeit keine Besuche erlaubt – wie können Angehörigen trotzdem in Kontakt bleiben?

Wir sind sehr bestrebt, mit den Angehörigen der Covid-19 Patienten, die beatmet werden und nicht mehr wach sind, in Kontakt zu bleiben. Sie werden täglich von uns informiert über allfällige Veränderungen. Wir versuchen so, den Kontakt mit der Familie aufrechtzuerhalten.

Aufgezeichnet am 26.3.2020

Sozialpädagogin Julia Lehmann: Wenn vor Erschöpfung die Tränen kommen

Julia Lehmann, Sozialpädagogin, blonde Frau mit roter Strickjacke
Legende: Julia Lehmann Julia Lehmann (29) arbeitet in einem Kinderheim Céline Raval, SRF

SRF: Du arbeitest in einem Kinderheim. Wie sieht im Moment dein aktueller Alltag aus?

Julia Lehmann: Bei uns sind 12-Stunden-Schichten üblich. Wir haben im Heim Kinder zwischen 0 und 16 Jahren, die teilweise dauerhaft bei uns sind. Weil die Kinder nicht mehr zur Schule oder nicht Nachhause können, kommt es nun vor, dass ich mehrere Schichten nacheinander habe.

Das braucht viel Verständnis vom Umfeld, wenn ich sage: «Ich bin dann mal am Arbeiten, ich bin in anderthalb Tagen wieder zurück.»

Wie schaffst du das, was ist dein Rezept?

Die Erschöpfung ist schon spürbar, das kann ich nicht leugnen. Manchmal, wenn ich im Auto sitze, fehlt noch ein trauriger Song im Radio und dann kämen die Tränen. Mir hilft Humor - wenn mein Freund am Morgen einen lustigen Spruch macht, tut mir das richtig gut. Und: Gut essen, zu sich selber schauen. Das hilft.

Was gibt dir zu denken?

Wir wissen nicht, wie lange der aktuelle Zustand andauern wird, wie lange die Schulen geschlossen bleiben. Wie organisieren wir uns, wenn dieser Zustand sich über Monate hinzieht? Wie schaffen wir das? Wir müssen es nehmen, wie es kommt.

Aufgezeichnet am 20.3.2020

Primarlehrerin Corinne Heiniger: «Ich weiss nicht, wie es den Kindern geht»

Corinne Heiniger an der Wandtafel
Legende: Corinne Heiniger im Schulzimmer ihrer 3. Klasse in Zofingen. SRF / ZVG

SRF: Schule ist ja mehr als Mathe, Grammatik oder den Lebenszyklus der Amöbe kennenlernen. Schule bedeutet auch Regeln, Rituale und Gspändli. Das alles ist jetzt weggebrochen, wie gehst du damit um?

Corinne Heiniger: Das ist im Moment mein grösstes Problem, auch persönlich. Der Sinn meines Berufes ist weg. Ich frage mich, wie damit umgehen und was das mit der Klasse macht. Wir hatten bevor das alles passiert ist einen guten Zusammenhalt in der Klasse, daran haben wir gearbeitet.

Ich habe heute einen Klassenbrief verschickt, in dem ich mich an die Kinder wende und sage, was ich daheim mache und bin gespannt, was zurückkommt.

In deiner Klasse sind 21 Kinder, die jetzt nicht in einem Raum vereint sind – wie erreichst du sie?

Es sind 21 Kinder, bei denen ich nicht weiss, wie oft ihre Eltern die Mails anschauen. In diesem Alter haben Kinder keine eigene Emailadresse oder ein Handy. Im Moment hoffe ich auf die Eltern.

Das heisst, du weisst nicht, was in den nächsten Wochen bei den Kindern geht?

Das ist ein grosses Problem. Ich habe im Moment Kinder mit Familien, in denen es gut läuft - soweit ich das beurteilen kann. Aber wir kennen es alle: Man sitzt daheim, die Eltern sind im Homeoffice. Ich weiss nicht, wie es den Kindern geht. Ich hoffe, die Eltern melden sich, wenn etwas nicht gut läuft.

Aufgezeichnet am 23.3.2020

Sozialarbeiterin Jolanda*: «Wir rechnen mit mehr häuslicher Gewalt.»

Symbolbild - Frau mit Händen vor Gesicht
Legende: Sozialarbeit am Limit Sozialarbeiterin Jolanda* rechnet mir mehr häuslicher Gewalt aufgrund der Massnahmen rund um das Coronavirus Keystone

SRF: Was bedeutet die Coronakrise für euch von der Sozialarbeit?

Jolanda*: Wir können keine Hausbesuche mehr machen. Das ist aber ein wichtiger Teil unseres Jobs. Ich kann zum Beispiel aktuell nicht zu einer Familie Nachhause um zu schauen, wie ein Kind lebt, wie die Wohnung eingerichtet ist.

Du arbeitest im polyvalenten Bereich, hast also mit Kindern UND Erwachsenen zu tun. Was bereitet dir konkret Sorgen?

Familien sitzen Zuhause herum, den Kindern und Erwachsenen fehlt der Ausgleich, zum Beispiel das Hobby. Einige plagen finanzielle Ängste. Was bisher eine Situation stabilisert hat, fällt weg.

Was bedeutet das genau? Rechnet ihr mit mehr häuslicher Gewalt?

Die Zahlen aus China zeigen, dass häusliche Gewalt wegen der Massnahmen rund um Corona zugenommen hat. Wir machen uns also darauf gefasst.

*Name der Redaktion bekannt, aufgezeichnet am 23.3.2020

Altenpflegerin Andrea Hofer*: «Die Bewohnerinnen und Bewohner verstehen nicht, warum kein Besuch mehr kommt»

Zwei Hände, die sich halten. Die Hand eines Erwachsenen und die einer sehr alten Person / Symbolbild
Legende: Einige Bewohnerinnen haben das Gefühl, dass sie wegen den Pflegenden keinen Besuch mehr erhalten dürfen. Keystone

SRF: Was kriegen die Bewohnerinnen und Bewohner von der Krise mit?

Andrea Hofer*: Sie merken trotz der Demenz, dass sie isoliert sind und keinen Besuch mehr haben dürfen. Sie vermissen ihre Ehepartner, die nicht mehr kommen dürfen und vorher jeden Tag kamen. Sie sitzen auch beim Essen weiter auseinander, um zwei Meter Abstand zu halten.

Verstehen sie, warum das so ist?

Ein kleiner Teil, der noch nicht dement ist schon, aber die meisten verstehen das nicht.

Wie reagieren sie darauf?

Zum Teil haben sie das Gefühl, dass wir Schuld sind, dass wir es von uns aus verboten haben. Es kommt ja nicht von uns aus, das verstehen sie nicht.

*Name der Redaktion bekannt, aufgezeichnet am 20.3.2020

Gassenarbeiter Michel Steiner: «Ich habe keine Idee, wo Obdachlose ihre Hände waschen sollen»

Gassenarbeiter Michel Steiner vor der Lokalität des Verein Schwarzer Peter
Legende: Gassenarbeiter Michel Steiner ist froh, dass die Gassenküche noch da ist und auf Take-Away umgestellt hat. SRF / Reena Thelly

SRF: Was bedeutet «Stay the fuck at home», wenn man kein Zuhause hat?

Michel Steiner: Wer eh schon draussen schläft, soll draussen im Wald bleiben. Stay the fuck in the woods and be safe! Dort ist man viel sicherer, es hat frische Luft und niemanden, der einem auf die Pelle rückt, im Vergleich zu einer Sammelstelle, wo man knapp zwei Meter Abstand einhalten kann und alle anderen auch vulnerabel und erkrankt sind.

Wo sollen Menschen, die kein Zuhause haben, ihre Hände waschen?

Michel Steiner (nachdenkliches, bedrücktes Schweigen): «No Idea... Ich weiss es nicht. Vielleicht im Coop die Hände desinfizieren?

Fallen Menschen, die eh schon durch's Netze gefallen sind, in der Corona-Krise nochmals durchs Netz?

Ja, klar. Angefangen bei «stay the fuck at home» bis zur Lebensmittelsituation im Moment. Zum Glück sind die niederschwelligen Angebote wie die Gassenküche noch da, die auf Take-Away umgestellt haben.

Aufgezeichnet am 19.3.2020

Handwerker Patrick Auer: «Alles was wir in einer Wohnung anfassen, könnte infiziert sein.»

Sanitärinstallateur repariert Waschbecken / Symbolbild
Legende: Manche Leute haben zur Zeit Angst vor Handwerkerinnen und Handwerkern. Keystone

SRF: Die meisten Geschäfte haben zu - Handwerkerinnen und Handwerker müssen arbeiten?

Patrick Auer: Wir sind Grundversorger. Ich kümmere mich ums Gas - wenn etwas an einer Gasleitung ist und wir nicht kontrollieren können, könnte es schlimmer werden als Corona!

Sie sind im Elsass zuhause - dauerte der Arbeitsweg länger wegen der strengeren Grenzkontrollen?

Ich bin zwei Stunden früher aufgestanden und trotzdem zu spät gekommen, weil alles blockiert ist...

Ist es unangenehm, in diesen Zeiten in verschiedene Haushalte zu gehen?

Wir kennen die Leute nicht. Manche haben Angst vor uns - aber auch wir machen uns sorgen. Alles was wir in einer Wohnung anfassen, könnte infiziert sein. Das ist nicht gerade angenehm.»

Aufgezeichnet am 18.3.2020

Input Spezialserie

In einer Podcast-Serie stellt die SRF 3-Hintergrundsendung Input Heldinnen und Helden in Zeiten von Corona vor.

Der Podcast erscheint jeweils am Mittoch und Sonntag. Die Vertiefung gibt es in Radiosendung jeweils am Sonntag um 20:03 auf Radio SRF 3 und am Dienstag um 20 Uhr im Doppelpunkt auf Radio SRF 1.

«Input SRF 3» / «Doppelpunkt» SRF 1

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