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Trick 77 So bleibt der Salat von hungrigen Schnecken verschont

Mmmh – so ein frischer, knackiger Salat ist schon was Leckeres! Dieser Meinung sind auch Schnecken. Meistens sind die schleimigen Feinschmecker aber nicht gerne gesehen im Gemüsebeet. Mit diesen Tricks lassen sich Nacktschnecken vom Salat fernhalten.

Bei lebendigem Leibe zerschneiden, im Bier ertränken oder mit Schneckenkörnern vergiften. So kann man Nacktschnecken loswerden, keine Frage. Doch sind dies makabere Methoden, die gerade im Falle der Schneckenkörner auch für Häuschenschnecken und Kleintiere wie Igel oder Blindschleichen schädlich sind. Mitglieder der Facebook-Community von «Mission B», Link öffnet in einem neuen Fenster und «Trick 77», Link öffnet in einem neuen Fenster verraten ihre Tipps und Tricks, wie sie den Schnecken den Spass am Salat auf humanere Weise verderben.

Nicht alle Schnecken-Arten mögen Salat

Die meisten Häuschenschnecken-Arten sind keine Gefahr für den Salat. Sie fressen abgestorbene Pflanzen, Moose und Flechten. Die Ausnahme ist die Weinbergschnecke, die sich aber auch nur im Notfall an den Salat ranmacht. Hauptsächlich sind es Spanische Wegschnecken, die sich im Gemüsebeet gerne den Bauch vollschlagen. Der auffällig gezeichnete Tigerschnegel – auch eine Nacktschnecke – interessiert sich nicht für den Salat.

Spanische Wegschnecke
Legende: Die spanische Wegschnecke liebt frischen Salat. Diese Art war in der Schweiz ursprünglich nicht heimisch und hat insbesondere die einheimische Rote Wegschnecke verdrängt. SRF

1. Absammeln

Es ist eine etwas aufwändige, aber auch super simple Methode: die Schnecken von da, wo sie nicht sein sollen, absammeln. Melanie Apfelbaum macht jeweils frühmorgens, spätabends und bei Regen einen Rundgang durch ihren Garten und sammelt die Schnecken ab. Celina Schärli empfielt, die Schnecken mindestens 200 Meter weit entfernt wieder abzusetzen. Wichtig ist, die Schnecken nicht im Wald auszusetzen, da dies zum Problem werden kann für heimische Waldschnecken wie die Rote Wegschnecke.

Einfrieren

Es klingt zugegebenermassen ziemlich brutal. Aber eine der humansten Methoden, Schnecken zu beseitigen ist, sie nach dem Einsammeln einzufrieren. So schlafen sie ein, anstatt einen qualvollen Tod zu sterben, wie es zum Beispiel bei Schneckenkörnern oder beim Zerschneiden der Fall ist. Fachleute empfehlen sogar, die häufige und ursprünglich exotische Spanische Wegschnecke zu töten, da sie viele einheimische Schnecken-Arten verdrängt. Aber Achtung: Die einheimische Rote Wegschnecke sieht der Spanischen Wegschnecke sehr ähnlich. Sie kommt aber fast nur noch im Wald vor und ist bedroht.

2. Den Weg erschweren

Die effektivste Methode ist wahrscheinlich, den Schnecken gar nicht erst Zugang zum Salat zu gewähren.

Schneckenkragen um einen Salat
Legende: Schneckenkragen schützen Salatköpfe vor hungrigen Schnecken. SRF
  • Jens Rohrbeck empfielt einen Schneckenkragen, den es im Handel zu kaufen gibt. Er tut das vor allem, wenn die Pflanzen noch jung sind und den Schnecken besonders gut schmecken.
  • Sonja Brunner legt Eierschalenkrümel um die Pflanzen. Darüber können Schnecken schlecht kriechen, und die Eierschale ist als Dünger erst noch gut für den Boden. Das gleiche gilt für Kaffeesatz.
  • Celina Schärli hat herausgefunden, dass Schnecken es nicht mögen, wenn sie ihre Beete etwas umhackt. Der Boden wird ihnen so anscheinend zu uneben.
  • Marcus Corazza machte gute Erfahrungen mit Brennnesseln. Sein Brennnessel-Mulch habe bis jetzt die Schnecken vom Salat ferngehalten.
  • Eine Idee zum Schmunzeln hatte Andrea Thiel. Sie setzt ihren Salat jeweils in für Schnecken unerreichbare Blumenkästen zum Aufhängen.

3. Diese Pflanzen halten Schnecken fern

Schnecken sind etwas wählerisch. Nicht alles schmeckt ihnen gleich gut. Manche Pflanzen mögen sie auch gar nicht und versuchen, diese zu meiden. Dies sind laut Mitgliedern der Community beispielsweise:

  • Jungfer im Grünen
  • Rainfarn
  • Wurmfarn
  • Calendula (Ringelblume)

Harald Ambühl löst sein Schneckenproblem, indem er in seinem Garten Mischkulturen anlegt. Zwischen die Salatköpfen steckt er Zwiebeln und Knoblauch. Der Geruch vertreibe die Schnecken.

4. «Hexentränke» gegen Schnecken

Wer etwas Zeit hat, kann auch versuchen, selbst eine Jauche gegen Schnecken herzustellen. Um eine gute Wirkung zu erzielen, sollte die Jauche etwa zwei Wochen stehen gelassen werden und dann immer wieder um die zu schützenden Pflanzen gegossen werden.

Wurmfarn
Legende: Wurmfarn ist giftig. Nicht nur für Schnecken, sondern auch für Menschen. Colourbox
  • Gaby Kistler-Bühlers Lieblingstipp gegen Schnecken ist ihre selbstgebraute Wurmfarn-Jauche. Dafür setzt sie 10 Liter Regenwasser mit 1 Kilo gehäckseltem Wurmfarn an und deckt die Brühe mit einem Tuch zu. Einmal täglich werde gerührt, und nach 2 Wochen Gärzeit könne die Jauche verdünnt (1:10) um die Setzlinge gegossen werden.
  • Eine solche Jauche funktioniere auch mit Rabarber, ergänzt Ursula Steiner.
  • Der Brennnessel-Sud von Harald Ambühl vertreibt nicht nur Schnecken, sondern wird auch als natürlicher Dünger eingesetzt.

5. Natürliche Feinde der Schnecken fördern

Manche Tiere finden kulinarischen Gefallen an den schleimigen Zeitgenossen. Auch ganz ohne Kräutersosse.

Igel
Legende: Ob dieser Igel wohl gerade sein Abendessen gesichtet hat? SRF
  • Brigitta Kathrin Leuthold schwört auf Igel. Die stacheligen Vierbeiner mögen Gärten mit einheimischen Hecken, Asthaufen und wenig Gefahren, wie zum Beispiel offene Schächte.
  • Blindschleichen haben Schnecken zum Fressen gern. Monika Frauenfelder hat einen Komposthaufen, den sie nie umsticht und in dem viele Blindschleichen mit grossem Hunger leben.
  • Die Enten von Amy Renda haben die Schneckenplage gut in den Griff bekommen. Einzig die Erbsen hätten seitdem gelitten und würden von den Enten gerne aus den Schoten gezwackt.
  • Der Garten von Yvonne Leuthold ist ein Schneckenparadies. Aber keine Angst. Bei ihr hat sich die Weinbergschnecke durchgesetzt, die die Eier der spanischen Wegschnecke frisst und so verdrängt.
  • Marco Bertschinger schlägt vor, den Garten glühwürmchenfreundlich zu gestalten. Denn, wer hätte es gedacht: Die kleinen Glühwürmchenlarven verspeisen am liebsten Schnecken. Damit sich Glühwürmchen im Garten wohlfühlen, sollte er über giftfreie und schattige Plätzchen, feuchte Verstecke und vor allem über Dunkelheit verfügen.

6. Von Salat und Gemüse ablenken

Wer keine Schnecken im Gemüsebeet will, hat auch die Möglichkeit, den Schnecken willkommene Alternativen zu bieten.

Tagetes
Legende: Genauso gerne wie Salat mögen Schnecken Tagetes. Colourbox
  • Celina Schärli setzt Tagetes. Diese locken Schnecken an und werden weit weg vom Salat gesetzt.
  • Linda Difler lässt alte Tulpenblätter liegen, die von den Schnecken noch so gerne verspeist werden.
  • Besonders grosszügig ist Lotty Jeker-Kirchhofer. Sie pflanzt immer die doppelte Menge an Salat. Die Hälfte davon extra für die Schnecken.

Biologische Schneckenkörner

Wer trotz den vielen Alternativen doch lieber zu Schneckenkörnern greift, entscheidet sich bestenfalls für ein biologisches Produkt. Schneckenkörner, die auf dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat basieren und frei sind von Metaldehyd, sind im biologischen Anbau erlaubt. Die Schnecken verkriechen sich in ein Versteck und sterben dort. So werden auch keine weiteren Schnecken angezogen, die ihre toten Artgenossen verspeisen.

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